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Digitalpakt: Brauchen Schüler trotz Milliardenförderung ihre eigenen Endgeräte

Aus dem milliardenschweren Digitalpakt für die Schulen sollen keine Endgeräte für Schüler finanziert werden: Diese Schlussfolgerung kann man aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag ziehen. Die Liberalen hatte sich in der Anfrage nach dem Stand der Dinge bei dem Digitalpakt erkundigt und wollten auch wissen, ob es bei den fünf Milliarden Euro bleiben soll, die ursprünglich für einen Förderzeitraum von fünf Jahren vorgesehen waren.

In der Antwort der Bundesregierung verwies Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel zunächst auf Studien der Bertelsmann-Stiftung zur Abschätzung eines Mittelbedarfs für schulische Infrastrukturen und die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern. Die Studien ginen von vergleichbaren Berechnungsfaktoren aus. „Sie kommen zu einem höheren Bedarf, da ihnen andere Ausstattungsziele zugrunde liegen. Bei den Bertelsmann-Berechnungen würden nämlich auch die Finanzierung der Ausstattung der Schülerinnen und Schüler eingerechnet, die den größten Teil der kalkulierten Aufwände verursache. „Die Kultusministerkonferenz favorisiert in ihrem Strategiepapier ‚Bildung in der digitalen Welt‘ 2016 dagegen das Modell eines ‚Bring Your Own Device‘. Diese Modell liegt auch dem Digitalpakt Schule zugrunde“, schrieb Rachel.

Schaut man in das Strategiepapier der Kultusministerkonferenz, fällt aber die Empfehlung zu den unterschiedlichen Beschaffungsvarianten nicht eindeutig aus (Seite 37):

Ziel ist es, dass jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler sukzessive – entsprechend dem schulischen Medienkonzept – ein vernetztes multifunktionales mobiles Endgerät nutzen kann. Es bieten sich verschiedene Lösungen an, von mobilen digitalen Klassenzimmern bis hin zu BYOD – Bring your own device: Jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler nutzt sein bzw. ihr eigenes mobiles Endgerät über einen gesicherten Zugang in der Schule.

In dem Bericht steht wenig später allerdings auch noch eine Einschätzung, die man unter Umständen als Plädoyer für ein BYOD-Konzept werten kann:

Lern- bzw. Kommunikations- und Arbeitsplattformen sind heute integraler Bestandteil schulischer IT-Infrastrukturen. Lernplattformen flankieren die lernförderliche ITAusstattung, indem über einen Netzzugang orts- und zeitunabhängig auf sie zugegriffen werden kann. Zusammen mit dem schulischen WLAN-Ausbau und der Nutzung mobiler Endgeräte ist die Einrichtung von Lernplattformen zentraler Teil einer Strategie, mit der der Einsatz digitaler Medien direkt im Klassenzimmer ermöglicht werden soll. Durch eine einheitliche Plattform, die mit verschiedenen mobilen Geräten gleichermaßen gut funktioniert, besteht keine Notwendigkeit mehr, flächendeckend baugleiche Geräte, bestimmte Betriebssysteme oder dedizierte Software einzusetzen.

Anja Karliczek übernimmt das Amt von Johanna Wanka.
Anja Karliczek übernimmt das Amt von Johanna Wanka.
Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Antwort auf die Anfrage der FDP-Fraktion kam allerdings noch von der alten Bundesregierung. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei diesem Kurs bleibt. Bei der FDP, die die Anfrage gestellt hat, stößt das BYOD-Konzept auf scharfe Kritik:

Die Ausstattung der Schülerinnen und Schülern mit mobilen Endgeräten schiebt die Bundesregierung auf die Eltern. Kein Wort zu Ersatzgeräten, zur Lernmittelfreiheit oder zu Schülern, die kein eigenes Tablet aus dem Elternhaus mitbringen. „Bring your own device“ kann für Schulen in gut situierten Wohngebieten eine Lösung sein. Damit Schulen selbst die freie Wahl haben, brauchen sie aber ausreichende Mittel. Die Teilnahme am digitalen Unterricht darf keine Frage des elterlichen Geldbeutels sein.

Jens Brandenburg (FDP), Sprecher für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen

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