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„Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?“ – Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung

„Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?“, möchte Bador Herzig im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wissen:

Die digitalisierte Welt verändert das Lernen wie kaum eine gesellschaftliche Entwicklung zuvor. Was bedeutet das für die Bildung der Zukunft? Wie können wir von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren? Und wo ist Vorsicht geboten? Diese Fragen berühren den pädagogischen Alltag von der Schule über die Ausbildung und Hochschule bis hin zur beruflichen Weiterbildung.

Um Chancen, Risiken und Folgen des Megatrends „Digitalisierung“ für die Bildung zu diskutieren, hat die Bertelsmann Stiftung 2013 zu einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe eingeladen. Im „Education Innovation Circle“ kamen Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft, Gründerszene und Politik jeweils für einen Tag zusammen und tauschten sich über aktuelle Entwicklungen mit Blick auf die Digitalisierung in Schule, Hochschule und Weiterbildung aus. Von besonderem Interesse war dabei natürlich die Frage, wie wirksam das Lernen mit digitalen Medien ist. Die Antwort dürfte nicht überraschen: Es kommt darauf an.

Die vorliegende Expertise des Bildungsforschers Professor Dr. Bardo Herzig zeigt, dass die Wirkungen digitaler Medien im Unterricht nur kontextabhängig diskutiert werden können. Es gibt hinreichend empirische Evidenz für lernförderliche Aspekte bei der Nutzung digitaler Medien in der Schule, diese Ergebnisse lassen sich aber keineswegs pauschalisieren. Weder können allgemeingültige Aussagen zur Wirksamkeit bestimmter Geräte noch im Hinblick auf einzelne Medienangebote, spezifische Schülergruppen oder Fachkulturen getroffen werden. Die derzeit sehr beliebte Frage, ob der Einsatz von Tablets im Unterricht gewinnbringender sei als traditionelle Methoden, führt somit in die Irre. Denn die Wirkungen digitaler Medien entfalten sich immer unter den jeweiligen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen eines konkreten Lehr- Lernszenarios. Statt den Fokus des Interesses auf einzelne Technologien oder technische Hilfsmittel zu legen, gilt es daher, praktische Handlungskonzepte und pädagogisch-didaktische Szenarien für unterschiedliche Kontexte zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.

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One comment

  1. Stefan Thiesen

    Ich frage mich grad ob ein klassischer Laptop bereits zu den „traditionellen Methoden“ gehört. Meine Tochter hat in Ihrem Gymnasium (Anne Frank Gymnasium, Werne) im Rahmen eines Pilotprojektes ein iPad bekommen. Die jüngere Schwester die diesen Herbst eingeschult wird bekommt ebenfalls eines. Nach einem guten halben Jahr würde ich sagen, daß das aus pädagogischer Sicht nichts weiter als modischer Techno-Firlefanz ist. Apples Consumer Geräte sind im Wesentlichen Werbeplattformen für den Verkauf von „Apps“, vor allem Spielen, und für den Verkauf von Medien. Obendrein werden Datenberge gesammelt, um das „targeted marketing“ zu vertiefen, und zwar bis in das tiefste Unterbewußtsein unserer Kinder.

    Was soll IT Einsatz im Unterricht denn leisten? Wenn ich zurückdenke an die frühen 80ger denke ich, daß bereits in unserer Schule IT sinnvoll eingesetzt wurde: im 10 Schuljahr der Realschule hatte ich ernsthafte erste Berührung mit Systemdynamik und Umweltsimulationen auf dem alten C64 – und wir mußten selber Programmieren lernen. Bunte App-stores mit ihren ständigen Verlockungen sind lediglich Zuckerbonbons fürs Auge und lenken nur ab, und es ist nicht unbedingt so, daß unsere Kinder zu wenig Ablenkung hätten.

    IT im Unterricht soll sicherlich den Zugang zu und kompetenten Umgang mit IT lehren. Consumer Tablets sind aber so konzipiert, daß man zum einen diese Geräte praktisch auch weitgehend Intelligenz- und kompetenzfrei bedienen kann (Gerät be-dienen!!!) und zum anderen eher systematisch davon abgehalten wird sich mit tieferer IT zu beschäftigen.

    Im Entscheidungsraum aus pädagogischen, wirtschaftlichen, technischen und praktischen Erwägungen schwingt für mein Dafürhalten die Waage sehr schnell in Richtung eines klassischen Laptops – oder Netbooks – mit Linux als Betriebssystem. Evtl ein Raspberry Pi als Laptop. Touchscrens sind nichts als eine nette Zugabe – ordentlich tippen lernen wäre wichtiger. Nicht vorhandene „Apps“ sind kein Argument, denn wenn die Schulen und Bildungsministerien das so eingesparte (Steuer- und Eltern-) Geld, anstatt es steuerflüchtigen Großkonzernen zu schenken zusammenlegen und investieren würden, ließen sich sicherlich z.B. im Rahmen universitärer Projekte notwendige Anwendungen problemlos erstellen. Auch eine Kooperation mit entsprechenden bildungsorientierten Unternehmen wäre sicher kein Problem. Insbesondere der Einsatz von iPads erzeugt immense Kosten, die durch Sachargumente für öffentliche Träger nicht gerechtfertigt werden können.

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