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Unterricht mit Touch – Das iPad im Klassenzimmer

Das iPad erobert langsam, aber stetig auch die Schulen in Deutschland. Es bringt den Kindern nicht nur mehr Spaß beim Lernen, sondern bereitet innovativen pädagogischen Konzepten den Weg. Für die Zeitschrift Mac & i haben wir uns mehrere Projekte in der Praxis angeschaut.

Wir veröffentlichen hier den Einstieg. Der komplette Artikel umfasst in der Zeitschrift 7 Seiten. Die Ausgabe 10 der Mac&i kann beim Heise-Verlag bestellt werden. Der Artikel kann auch digital für 2,50 EUR geordert werden.

Von Cordula und Christoph Dernbach

Das Experiment „Reaktivität von Alkalimetallen“ fasziniert die Schüler der Klasse 8c an der Freiherr-vom-Stein-Schule (FvS) in Fulda dieses Mal ganz besonders. Der Chemielehrer Andreas Habersack taucht ein kleines Stück Natrium in eine Wasserschale, was zu einer heftigen Reaktion führt: Der Metallklumpen erhitzt sich schnell und formt sich zu einer Kugel, die sich tanzend auf dem Wasser bewegt. „Was dann passierte, hatte selbst unser Chemielehrer in seiner Laufbahn noch nicht gesehen: Die Kugel entzündete sich und explodierte nach einiger Zeit sogar“, schildert Schülerin Lea Schlingensiepen die denkwürdige Unterrichtsstunde später im Schul-Blog.

Die Gymnasiasten haben den Verlauf des Experiments mit ihren iPads gefilmt. „Nach einem kurzen Schrecken freuten wir uns alle, dass wir diese Seltenheit aufgenommen hatten“, berichtet Lea weiter. „Die Hausaufgabe war dann, aus dem Beobachteten ein Versuchsprotokoll zu erstellen, wobei sowohl der Film als auch die Periodensystem-App eine große Hilfe waren.“

Für Lea und ihre Mitschüler ist der Umgang mit dem iPad im Unterricht inzwischen eine Selbstverständlichkeit. An ihrem Gymnasium in Fulda wurde zum Schuljahr 2012/13 eine „iPad-Klasse“ in der 8. Jahrgangsstufe eingerichtet, für die sich insgesamt sieben Parallelklassen ein Jahr zuvor bewerben konnten. Das FvS ist damit eine der 160 Schulen in Deutschland, in denen das iPad ein wichtiges Unterrichtsutensil darstellt (interaktive Karte hier).

Deutschland zurück

Gemessen an den insgesamt rund 34 000 Schulen in Deutschland ist das ein Anteil von nicht einmal einem halben Prozent. Andere Länder wie die USA, die Niederlande, Estland und Lettland sind da schon weiter. Alleine in den Vereinigten Staaten hat Apple nach Berechnungen von Marktforschern über 4,5 Millionen iPads im Bildungsbereich verkauft. Und in Ländern wie der Türkei gibt es immerhin große Pläne für eine flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Tablet-Computern. Im Sommer 2011 machte der türkische Industrieminister Mehmet Zafer Çağlayan international Schlagzeilen, als er nach einem Besuch bei Apple im Silicon Valley ankündigte, dass sein Land in den kommenden Jahren insgesamt 15 Millionen Tablet-Computer für den Einsatz in Bildungseinrichtungen anschaffen werde. Bis zum Jahr 2015 soll nach den Ankündigungen von Çağlayan jeder Schüler in der Türkei im Besitz eines Tablets sein.

„In anderen Ländern legen die Schulen einfach los“, erläutert die Mainzer Bildungsexpertin Luise Ludwig den Unterschied. „In Deutschland diskutiert man dagegen erst lange über das didaktische Konzept.“ Doch diese endlos erscheinende Debatte zeigt inzwischen Ergebnisse: „Es setzt sich unter den Pädagogen immer stärker die Erkenntnis durch, dass wir auf jeden Fall zeitgemäß unterrichten müssen“, sagt die Geschäftsführerin des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz an der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz. „Wir können ja nur ahnen, wie die sich rasant ändernde Gesellschaft in einigen Jahren aussehen wird, auf die wir unsere Schüler vorbereiten wollen. Da sollten wir zumindest moderne Mittel und Methoden im Unterricht einsetzen.“ Doch als bloßes Mittel zum Zweck tauge auch der Tablet- Computer nicht, betont Ludwig. „Die Frage darf nicht lauten: Welches Gerät sollen wir anschaffen, sondern: Was wollen wir damit machen?“

Weiterlesen im Heft 10 der Mac&i

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One comment

  1. Wie wird man denn zur iPad Klasse?

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